Hallo Freunde,
in meinen folgenden Vorschlägen, beziehe ich mich, um die Stringenz des Stückes nicht zu brechen, auf die Grundregeln der epikureischen Ethik, so wie es der Autor in dem Stück vormacht, siehe Seite 54/55:
"Ich habe ganz lange nicht verstanden, dass es nur einen Weg gibt, um
alles zu haben: nach nichts zu verlangen. Es gibt nur eine Art, alles
zu haben: nach nichts zu verlangen."
Eine Parallelität zu den Hauptlehrsätzen von Epikur ist hier unübersehbar:
"Wenn du Phytokles reich machen willst, vermehre nicht sein Habe, sondern verringere seine Wünsche."
Auf Seite 34 könnte man bei dem Streit der beiden ein prägendes Zitat (ebenfalls Epikur) einbauen, warum Julie keine Angst vor dem Tod hat. Vorschlag unter dem Post "Seite 34 - Angst vor dem Tod".
In Szene 9 würde ich gerne eine Dialog zwischen Julie und August über den Tod und das Leben danach einbauen. Einen etwaige Passage, die ich mir vorstellen könnte, ist in dem Post unter "Szene 9".
Hier beziehe ich mich vom Grundgedanken her, auf ein Buch von Esther Vilar "Die Schrecken des Paradieses".
Zugegeben - die Vorstellung, auf ein Leben nach dem Tod oder auf eine Wiedergeburt als ein neues Wesen verzichten zu müssen, ist im ersten Moment erschreckend.
(Man könnte auch als Kellerassel wiedergeboren werden, das wäre ja dann auch nicht so schön.)
Aber ich denke, das ist eine ernüchternde Erkenntnis der Wissenschaft, der wir zustimmen müssen, denn es spricht nun mal aus wissenschaftlicher Seite sehr viel gegen und nur sehr wenig für ein Leben nach dem Tod.
So hat Sigmund Freud ja schon Zeit seines Lebens auf die fundamentalen Kränkungen hingewiesen, die die Wissenschaft der Menschheit angetan hat.
Wie ernüchternd war z.b. die kopernikanische Kränkung, also die Erkenntnis, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Weltalls ist?
Oder die Darwinsche Kränkung, dass wir nur ein zufälliges Produkt der Evolution sind, die Nachkommen anderer Spezien und gleichzeitig auch die Neandertaler von morgen.
Ich denke aber, dass das Einbringen dieses Gedankengutes (Kein Leben nach dem Tod) gut zu dem Stück passt, denn aus fast schon dogmatischen Ansichten (von einem Leben nach dem Tod / Wiedergeburt ) werden zuerst nicht nur Ent-täuschungen sondern schließlich auch Täuschungen.
Dies zieht wieder eine Parallele zu unserem Stück "FAKE".
Und genau bei dieser großen Enttäuschung und Täuschung möchte ich
die Sinndiskussion ansetzen.
Im Großen und Ganzen sollen die Zuschauer des Stückes mitnehmen, dass es keinen Sinn im Leben gibt, aber das ist positiv zu sehen, denn es befähigt uns, ja privilegiert uns sogar, selbst einen Sinn zu schöpfen.
Einen Vorschlag hierzu ist im Anhang, da bin ich mir aber sehr
unsicher, wo man das am besten einbauen könnte. Hier beziehe ich
mich in dem Sinndialog neben Epikur (So sieht Epikur den Sinn in seinem Leben ja in den "Freuden des Geschmacks, Freuden der Liebe, Freuden des Gehörs, Erregungen beim Anblick einer schönen Gestalt"), auch auf ein Werk von Albert Camus (Der Mythos von Sisyphos).
Am meisten Sinn würde es wohl machen, so eine Passage nach dem Dialog über Leben nach dem Tod einzubringen.
Tobi